
Ein wichtiger Begriff in der chinesischen Philosophie ist das Qi, das z. B. bei den Bewegungsformen Qi Gong und Tai Qi wieder auftaucht. Qi kann mit Lebensenergie übersetzt werden und ist der Antrieb für alle körperlichen Prozesse und für das Leben an sich. Es zirkuliert nach dieser Vorstellung in zwölf Hauptleitbahnen bzw. Meridianen, die den Körper wie ein Netz überziehen und an den Akupunkturpunkten beeinflusst werden kann.
Grundlage für Gesundheit ist der freie Fluss von Qi. Fließt das Qi nicht mehr regelrecht, weil entweder zu wenig davon vorhanden ist oder weil eine Stagnation besteht, kommt es zu Disharmonien. Leichtere Disharmonien können innerhalb des Körpers ausgeglichen werden. Werden diese jedoch stärker oder bestehen sie über einen langen Zeitraum, kommt es zu Krankheitssymptomen.
Als Krankheitsursachen kommen nach der Chinesischen Medizin u. a. infrage:
All diese Faktoren können zu Störungen und damit auch zu Blockaden oder Stagnationen von Qi führen. Folgen sind zum Beispiel Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Asthma, Menstruationsstörungen und andere Erkrankungen.
Neben der Behandlung chronischer Krankheiten liegen die besonderen Stärken der TCM in der Prävention. Dazu ein Zitat aus dem Huangdi Neijing, dem Klassiker der TCM:
„Medikamente zu verabreichen für Krankheiten, die bereits aufgetreten sind und Aufstände zu unterdrücken, die bereits ausgebrochen sind, kann man mit dem Verhalten solcher Leute vergleichen, die erst dann ein Brunnenloch graben, nachdem sie bereits durstig geworden sind...“
